Erste Engie-Windräder in besetzter Westsahara angekommen
6513c310deeb4_ENGIE_Optimax1_25.09.2023_pica2_crop

Diese Woche sind die ersten Komponenten für das äußerst problematische Windkraftprogramm von Engie im besetzten Gebiet der Westsahara eingetroffen.

27. September 2023

Das Frachtschiff Optimax 1 lief am 25. September nachmittags im Hafen von El Aaiun mit Windrädern ein, die für das umstrittene Projekt von Engie in der besetzten Westsahara bestimmt sind. Die Windräder wurden in China hergestellt und wurden mit einem kurzen Zwischenstopp auf Teneriffa dorthin transportiert. 

Seit dem 27. September liegt das Schiff vor dem Hafen von El Aaiún vor Anker und wartet darauf, entladen zu werden.

Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat Bilder von der Beladung des Schiffes erhalten, die am 24. und 25. September im Hafen von Grenadilla auf Teneriffa aufgenommen wurden. Die Windkraftwerkskomponenten waren dort einige Wochen zuvor aus China an Bord größerer Transportschiffe, die nicht in den kleinen Hafen von El Aaiún passen, eingetroffen.

Die Bilder von Optimax 1 auf Teneriffa zeigen das mit Flügeln beladene Schiff. WSRW rechnet damit, dass in den kommenden Wochen eine Handvoll solcher Verschiffungen mit identischer Ladung von Teneriffa nach El Aaiun unternommen werden.

Anfang September hatte WSRW bereits Bilder von der Entladung der Windkraftwerkskomponenten auf Teneriffa erhalten. 

Alle Fotos und Videos in diesem Artikel können frei verwendet werden, ohne dass ein Vermerk erforderlich ist. 

Download von Video 1, Video 2, Video 3, Video 4 und Video 5. Das Titelbild des Artikels kann hier heruntergeladen werden.

Sobald die Windräder in der besetzten Westsahara installiert sind, werden sie Energie mit einer Nennleistung von jeweils 6 MW erzeugen, insgesamt also 72 MW. Das höchst umstrittene Projekt wurde von der marokkanischen Regierung ins Leben gerufen wurde. Es soll eine Entsalzungsanlage mit Strom versorgen, welche wiederum Wasser für marokkanische Siedler:innen liefert, die in den besetzten Gebieten Landwirtschaft betreiben. WSRW hat sich zuletzt am 17. Mai 2021 und am 22. Mai 2023 schriftlich an Engie gewandt und nach dem Vorhaben gefragt, aber das Unternehmen hat bisher nicht geantwortet.

Der Standort von Optimax 1 bei der Verladung auf Teneriffa am 24. und 25. September 2023.

 

Da Sie schon einmal hier sind...

Die Recherchen von WSRW werden mehr denn je gelesen und genutzt. Unsere Arbeit ist zum überwiegenden Teil ehrenamtlich, sie erfordert Zeit, Hingabe und Sorgfalt. Aber wir tun sie, weil wir glauben, dass sie wichtig ist - und wir hoffen, dass Sie das auch tun. Mit einer kleinen monatlichen Unterstützung können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Zukunft von WSRW zu sichern und dafür sorgen, dass wir weiterhin unseren komplett unabhängigen Recherchen nachgehen können. 

Eine regelmäßige Spende können Sie hier einrichten. Vielen Dank!

Nachrichten

Sahrauische Abgeordnete verurteilen Kontroverse um Engie

Das französische Unternehmen Engie stellt seit 2023 in der besetzten Westsahara Windräder für ein Großprojekt auf, das zur großflächigen Ansiedlung marokkanischer Siedler:innen in dem besetzten Gebiet führen soll. Dies wurde nun vom sahrauischen Parlament verurteilt.

03. Juli 2024

Neuer Bericht: Phosphatexport aus der Westsahara halbiert

Der Export von Phosphatgestein aus der besetzten Westsahara war noch nie geringer als 2019. Dies geht aus dem neuen WSRW-Bericht P for Plunder hervor, der heute veröffentlicht wurde.

24. Februar 2020

Deutsche Messe soll die Förderung von Azura einstellen, sagen Gruppen

Deutsche und irische Rechtsorganisationen fordern, dass die Messe Berlin den umstrittenen französischen Tomatenproduzenten Azura nicht mehr akzeptiert.

10. September 2019

Neuer WSRW Phosphat-Export-Bericht aus der Westsahara 2014

WSRW veröffentlicht heute seinen aktualisierten Übersichtsbericht aller Käufer, die im vorherigen Jahr Phosphatgestein aus der Westsahara gekauft haben. In dem Bericht werden die Mengen, die Erlöse sowie die Verschiffungen im Auftrag der marokkanischen Besatzungsverwaltung aus der besetzten Westsahara für 2014 genannt.

16. März 2015